20. April 2013: Heute war der erste Tag unseres Zirzensik Einführungskurses mit Nicole Narten. Frauenpower pur kann ich nur sagen, alle Teilnehmer Mädel !!! Die weite Reise aus Alsfeld haben auch zwei Reiterinnen auf sich genommen. Alle beginnen heute Morgen hoch motiviert und gespannt.

Was eigendlich eine Selbstverständlichkeit für jeden Pferdebesitzer sein sollte, entpuppte sich schon als gar nicht so einfach. Zum warm werden mussten  die Pferdchen einfach nur am langen Strick geführt werden, vorwärts, rückwärts und seitwärts,  völlig ohne ziehen, stupsen und schieben immer im richtigen Abstand zueinander. (Das ist mein Tanzbereich Pferd, das ist dein Tanzbereich :-))  ) Auf die Körpersprache des Führers kam es hier an,  der Mensch ist der Chef, immer und überall!!  Da konnte man schon mal sehen, dass so maches Pferd bisher davon ausging selbst das Leittier zu sein. Falsch gedacht. Mit Ruhe und Konsequenz wurde ihnen und ihren Reiterinnen von Nicole gezeigt wie es richtig geht. Und es klappte, obwohl die Menschen mit der Körpersprache mehr Probleme hatten als die Pferde. Aber Übung macht den Meister.

 Am Nachmittag tasteten sich alle schon mal vorsichtig an die Übung "Kompliment" . Hier konnte man sehr deutlich den unterschiedlichen Charakter der Pferde erkennen.  Manche nehmen alles Neue hin und haben auch keine Probleme sich dem Reiter unterzuordnen. Das viel besonders bei den ganz jungen Pferden auf.  Andere waren bisher eher dominant und da musste erst Überzeugungsarbeit geleistet werden. Mache Reiterin  hatte ihr Pferd so gar nicht eingeschätzt, und so kam dann schon mal der Kommentar von Nicole : " ... überlegst du gerade ob du vielleicht doch lieber einen Häkelkurs gebucht hättest?"  Aber wir sind ein tolles Team und jede Reiterin hilft bei jedem Pferd mit. Am Ende des Tages klappte alles nach Plan und die Pferdchen hatten sich Möhren und ein weiches Nachtlager verdient.

Wir freuen uns schon auf morgen, es hat riesigen Spaß gemacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

21. April 2013: Tag zwei unseres Kurses. Zunächst erst einmal meinen herzlichen Dank an Nicole, alle Teilnehmerinnen und an die Einstaller des Lindeshofes die helfend zur Hand waren. Chrissi punktete mit Nudelsalat und Hugo obwohl sie am ersten Tag gar nicht dabei sein konnte und Martina war wirklich bei jedem Pferd helfend dabei. Es war eine tolle, harmonische Gruppe. Jeder hat Jedem geholfen und bei Niemandem wurde mit Lob und Anerkennung gespart. Alle sind sich einig, es war ein super Wochenende welches unbedingt wiederholt werden muss.

 

Der Morgen begann wieder mit Stallhalfter, Zügeln, Gerte und Führleine ausgestattet ohne Gebiss mit dem Aufwärmen der Pferde. Führen mit durchhängendem Strick vorwärts, rückwärts und seitwärts. Der Mensch ist der Chef, das zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Kurs. Jedes der Pferde hatte die Lektionen von gestern behalten und es klappte gleich bei allen wie am Schnürchen. Dem restlichen Tag wurde das Üben der Lektion "Kompliment" gewidmet. Auch hier hatte keines der Pferde vergessen was gestern schon geübt wurde. Eines ist mir besonders aufgefallen. Bei manchem Pferd musste schon mal sanfte Gewalt angewandt werden da es nicht einsehen wollte sich vor seinem Menschen zu erniedrigen. Bisher musste das ja auch nicht sein! Es konnte jedes Pferd überzeugt werden, maches auch mit Möhrchen und Fußlonge. Aber kein einziges Pferd hatte Stress. Es konnte noch so uneinsichtig sein, aber wirklich jedes Pferd blieb in absoluter Ruhe und Entspannung. Das hat mich beeindruckt.

 

Zirzensik ist also überwiegend Kopfsache von Mensch und Pferd,  stetiger Konsequenz und dem Loben wenn etwas richtig gemacht wurde. Das Verhältnis zwischen Pferd und Besitzer wird besser, enger, und bei dominanten Pferden wird der Umgang und die Arbeit mit ihnen gefahrloser und selbstverständlicher.

Großer Respekt vor allen teilnehmenden Pferden und ihren Reiterinnen.

 

Wenn auch wirklich alle gut waren und ihre Erfolge hatten, ein Pferdchen muss ich doch besonders hervorheben. Eine vierjährige Stute die erst seit acht Wochen im Besitz ihrer Reiterin ist. Dieses Pferd hat den Willen unbedingt zu gefallen und ihrer Reiterin alles recht zu machen. Innerhalb kürzester Zeit und  in völliger coolness, zeigte die Stute Kompliment, kniete sich und legte sich nieder. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.  Gleich hatte sie den Namen "Streberin" weg. Von ihr habe ich ein paar  Fotos mehr eingestellt :-)))

 

 

 

 

 

 

 

22. April 2013: An dieser Stelle möchte ich ein paar Eindrücke veröffentlichen, welche die Kursteilnehmer für sich mitgenommen haben. Als erstes noch einige erklärende Sätze von Nicole:

 

 "Bei der Zirkuslektionarbeit kommt es nicht so sehr auf das Endprodukt wie z. B. das Kompliment an, da ist der Weg das Ziel.

Die mentale Ebene die bei den Pferden angesprochen wird, ist die selbe Sprache, wie die Pferde sie untereinander haben, Körpersprache.

Das ranghöhere Pferd macht seine Position nur selten durch echte Körperlichkeit klar, mehr durch Körperdrehungen und Ohrenspiel.

Und es ist sich seiner Position sicher! Diesen Standpunkt versuche ich den Teilnehmern zu vermitteln.

Der tägliche Umgang wird so wesentlich für beide Parteien erleichtert.

Dazu hat man ein weiteres Bewegungsfeld zum beschäftigen und trainieren des Pferdes. Und Gesundheit und Beweglichkeit kommt nicht von eintönigen Bewegungsabläufen.

Vielen Dank für den tollen Kurs, ihr seid Spitze!!!

 Liebe Grüße Nicole"

 

 

 

 

 

Natascha K. und Tinker Stute Shiva:

 

"Mein erster Zirkuslektionenkurs bei Nicole Narten
In Büchern liest sich immer alles so einfach. Man nehme eine Beinlonge, zieht damit den Huf des
Pferdes hoch und schaukelt es ein wenig, bis es dem Weg nach unten nachgibt und ins Kompliment
geht. Und am besten macht man sowas auch mal zwischendurch alleine.
Was in diesen Büchern nicht steht ist, dass es unter Umständen für Pferd und Mensch gefährlich
sein kann, denn eine Beinlonge und das „wiegen“ ist keineswegs etwas gewohntes für das Pferd.
Dazu habe ich gelernt, dass alle Lektionen, die nach unten geführt werden, nochmals eine
Anforderung an die Persönlichkeit des Pferdes sind.
Warum also sollte sich ein Charakterstarkes Pferd ins Kompliment begeben, sich hinknien oder gar
hinlegen? Und das für einen Menschen?
Meine 12 jährige Tinkerstute, mit einem Stockmaß von 165 cm und guten 750 kg, hat genau DAS
nicht eingesehen. Sie war schon immer eine starke Persönlichkeit, von Fohlenbeinen an.
Beinlonge und Bein hochnehmen waren jetzt nicht das Thema, aber als sie merkte das sie nach
unten sollte, wars vorbei.
„Was wollt ihr??? Ich bin dann mal weg.“ Mit einem steigen in die Lüfte und einem kraftvollen
Schwung aus der Hinterhand nach vorne, hat mein Pferd mir dann mal eben gezeigt, wie
Eindrucksvoll sie doch auf zwei Beinen sein kann.
Glaubt ja nicht das es nur eine einmalige Sache war, NEEEEEEE, sie weiß ja was für Wumms
hinter ihr steckt, und hat es gnadenlos eingesetzt.
Wer glaubt sie war in Panik oder völlig neben der Spur, irrt! Kein schweres Atmen, kein schwitzen,
nichts!
Sobald sie uns alles aus den Händen gezogen hatte, war mein Bambi wieder die Ruhe selbst. Stand
auf allen vier Füssen, Kopf entspannt unten und die Ohren zur Seite geklappt. Und wenn Frauchen
dann schon so doof guckend da steht, kann man ja nach einer Möhre fragen.
Nebenbei erwähnt, meine Schulter hat es nicht überlebt, ich danke an dieser Stelle noch allen
Kursteilnehmern die mir geholfen haben den Kurs dennoch weiter zu machen.
Am zweiten Tag lief alles schon besser, gestiegen ist mein Pferd nicht mehr, und hat sich zumindest
mal kurz in die Tiefe locken lassen, wenn auch mit Leckerchen.
Ich habe dank Nicole Narten viel über mein Pferd und mich gelernt. Ich mache jetzt einiges anders
im Umgang und gehe an manche Sachen nicht mehr so leichtfertig ran. Ich war schon immer eine
die gesagt hat: „Ach, wird schon gehen“. Aber manchmal kann es eben auch schief laufen.
Ich kann jedem nur raten, der seinem Pferd so etwas beibringen möchte, einen professionellen
Trainer zur Hilfe zu holen, denn Anfangs benötigt man wirklich einen der das Pferd mit einem
langen Seil sichert, damit Pferd und Mensch eben nichts passiert.
Ein Pferd KANN anfangs mal plötzlich losstürmen, die einen nehmen es gelassen, andere eben
nicht. Auch ich dachte bei meiner, die sonst sehr lässig ist, DIE macht nichts. Ja, von wegen! Sie
wollte ja nur spielen.
Ich danke Nicole für den tollen, zweitägigen Kurs und ich freue mich schon auf den Aufbaukurs in
drei Monaten. Bis dahin üben wir alle fleissig.
LG Natascha"

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